Berührt, aufgerüttelt und überrascht – mit diesen Eindrücken verließ das Publikum an jedem einzelnen der sechs Vorstellungsabenden (4. bis 9. Juli) den Romanischen Keller. Die Theatergruppe der Freien Schule LernZeitRäume führte zum ersten Mal eine Inszenierung aus eigener Feder auf. Mit INTERSYNAPSIS schaffte es das 35 köpfige Ensemble im Alter zwischen 9-16 Jahren einige Mütter sogar zu Tränen zu rühren. Leicht verwirrt „beschwerte“ man sich bei der Regisseurin, dass man darauf nicht vorbereitet war.

Auf dieser Reise durch die Gehirnwindungen eines jungen Teenagers wurde schnell klar, dass alles in Extremen existiert. Es gibt nur alles oder nichts, gut oder schlecht, schwarz oder weiß – bis zu dem Punkt an dem die Protagonistin feststellt, dass sie in ihrer Vielfalt wertvoll ist, dass es mehr als nur dafür oder dagegen gibt. Am Ende spricht sie sich ihren Eltern gegenüber aus und gibt zu verstehen, dass sie ohne ihren Ursprung niemals werden kann.

Inspiration für das Stück war der Roman von Paul Maar „Der Aufzug“. Jedoch hatte das Buch niemand gelesen und die Geschichte war nur in groben Zügen bekannt. Die Gruppe erörterte im ersten Schulhalbjahr eine Thematik und schrieb Texte, entwickelte Dramaturgie und erspielte durch Improvisation einzelne Szenen. Dadurch ergab sich das Ausgangsbild der überforderten und überbehüteten Zoe, die vor ihren Helikoptereltern und deren erdrückenden Liebe flüchtet.

Seinen Ursprung hat die Inszenierung im Improtheater. Zu Beginn des Schuljahres haben die Kinder gelernt, frei auf der Bühne zu spielen, verschiedene Emotionen darzustellen und trotzdem den roten Faden zu behalten. Durch die vielen guten Ideen der Schauspieler und das Ausprobieren einzelner Szenen entwickelte sich „der Aufzug“ immer mehr zu INTERSYNAPSIS. Die einzelnen Welten, der Text und die Handlung an sich basiert hauptsächlich auf den Ideen der Schauspieler. Kaum war das Textbuch fertig, wurden die Rollen festgelegt und innerhalb von vier Monaten wurde das Stück einstudiert. Etwa einmal im Monat traf sich die komplette Theater AG mit allen 35 Mitgliedern, um Abläufe und Massenszenen einzustudieren. Wie im Flug verging die Zeit und kaum war alles einstudiert, war es auch schon soweit: der Tag der Premiere. Alle waren aufgeregt, bis sie endlich auf der Bühne standen. Doch schnell kippte die Aufregung in wahre Spielfreude und die Kinder entwickelten sich von Abend zu Abend und beeindruckten das Publikum mit ihrer Authentizität, Freude und Lockerheit.

Die Gruppe bedankt sich beim Romanischen Keller und seinem Team, es war eine tolle Möglichkeit, auf dieser Bühne zu spielen. Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit im kommenden Schuljahr.